Montag, 28. Dezember 2020

Nur der kann Recht vom Unrecht scheiden, dem tut die Wahrheit weisheiten

 „Bescheidenheit ist der Anfang der Sitte, Recht und Unrecht unterscheiden ist der Anfang der Weisheit.“

―Mengzi

- https://gutezitate.com/zitat/229344

Für Spirituelle, die kaum Erfahrung, aber zuviel angelesenes Wissen  ÜBER Spiritualität haben, ist diese Aussage wieder mal schwer zu schlucken, wissen sie doch ganz genau, dass Gut und Böse, Recht und Unrecht nur angelernter Konsensus sind und damit Illusion wie das ganze Ich eine Illusion sei. Wieso, so fragen sie, soll ich etwas unterscheiden, was es in Wirklichkeit gar nicht gibt? 
Wenn ich mich nicht täusche, gibt es sogar einen Weisheitsspruch, der das genaue Gegenteil aussagt: "Der Unterschied zwischen Recht und Unrecht ist aller Laster Anfang." Oder: "Alles Elend des Menschen liegt darin, dass er Recht und Unrecht unterscheidet".   Na ja, so ähnlich... Und ja, aus der transegoischen Ende-der-Geschichte-Perspektive ist das nicht unrichtig... 
Die Aussage von Mengzi bringt mich aber zurück zum  Anfang vom Ende der Geschichte und niemand, der zuviel weiss, will zurück auf Los. 

"Bescheidenheit ist der Anfang der Sitte..." Ja,  nicht nur Bescheidenheit, sondern auch Demut gehört z.B. dazu, bei sich selbst die Anmaßung und den Stolz des spirituellen Bescheidwissers  zu erkennen, der Kenntnis nicht von Erkenntnis unterscheiden kann und daher auch den Finger, der nur auf den Mond hinweist, noch immer für den Mond hält.   
Bescheidenheit und Demut sind es letztlich auch, die nach langem Hin- und Herirren und frustriertem Suchen in der Aussenwelt - umkehren lassen zum "Anfang der Sitte", wobei ich Sitte mit "rechtem Weg" gleichsetze, oder - salopp jargoniert  -  das Zurückgehen auf "Los",  in das personhafte Hier und Jetzt, indem alles Kopfwissen, alles Abstrakte vergessen wird und nur noch die simple einfache Wahrnehmung des Konkreten wirklich ist. Das ist für das Ego  das Allerlangweiligste, da will es nicht hin, es will überall hin, nur nicht hier und jetzt als Person mit allen ihren Sinnen da sein. Da träumt es lieber davon, dass seine Person eine Illusion ist...lol.
Dieses Zurück-auf-Los war das Missing Link auf meinem Weg und ist oder war es nicht nur auf meinem, denn ich glaube, dass die patriarchalischen Mysterienschulen div. Religionen allesamt diesen einzigen Punkt der wirklichen Umkehr aus der Objektbezogenheit in das letztgültige SUBJEKTsein nicht gefunden haben, derweil sie verdammt dazu waren, fruchtlos im Aussen zu suchen, weil die patriarchalischen Religionen sie  gelehrt hatten, sich selbst in ihrem Menschsein, ihrer Person verachteten. 
(An dieser Stelle fällt  mir wieder mal Peter Kingsley und sein Missing Link ein, das ich immer noch nirgendwo klar und deutlich beschrieben gefunden habe, allerdings habe ich nicht mehr länger danach gesucht, nachdem ich Frau B. Schulte Nr. 2, diese teuflische und wahrhaft tiefenvergaunerte* Verwirrerin, die mich auf P.K. aufmerksam machte, fürs erste in den wohlverdienten Orkus geschickt hatte, lol. Wie zu Anfang vermute ich immer noch, dass mein Missing link auch seines war, anders läßt sich sein Lob der "Sinnesfreudigkeit" nicht erklären. Er hat m. E. wie auch ich die "Göttin" in sich befreit, die "natürliche Natur", den Körper (Zentaur). Und das Missing Link war der Punkt der Umkehr, der letztlich den ganzen Kosmos auf den Kopf stellte bzw. nach innen verlagerte. Auf dem Weg begegnet man sämtlichen (auch griechischen!) Göttern, Engeln und Dämonen, nur dass ich im Unterschied zu  P.K. und seinen Vorsokratikern mit den Göttern nicht herumgeschwätzt habe, sondern nur ihre Wesensqualität durch mich "hindurchwehen" liess.  Ob P.K. ausser der Vielheit heidnischer Götter und der Entwicklung seiner natürlichen Natur  auch die Einheit mit dem monotheistischen Vatergott realisiert hat und damit absolute Bewusstheit rsp. seine  ewige geistige Natur gefunden hat, konnte  ich bislang nirgends entnehmen. Verhindert wird die Letztgültige Einheit durch ein Anhaften und Identifziertsein mit der weiblichen Daseins-Spiritualität, der natürlichen Natur und der archetypischen Kräfte/"Götter", die allesamt noch egoische Anteile sind, die ebenfalls transformiert und transzendiert werden müssen, um Befreiung zu erlangen. Die meisten Spirituellen bleiben hierbei stehen, weil sie in die Liebe zur Welt oder in die Götter verliebt sind. 

Offenbar fand auch Buddha mit seinem Mittleren Weg einen "missing link", einen Weg, eine Abkürzung, die anderen bis dato verborgen war... hm...)   


Aber nun zurück zum "Anfang der Sitte" - Kurz gesagt, für mich sagt Mengzi hier nichts anderes als ich, wenn ich nicht müde werde zu mahnen:  „Kehret um. Die Person steht am Beginn des Weges, Gut und Böse resp. Recht und Unrecht unterscheiden ist der Anfang der Weisheit.“
Oder anders gesagt: "Zum Vater kommt man nur über den Sohn". So Jesus, der archetypische Repräsentant des Wahren (Christus-)SELBST. 

 

Der sog. Gutmensch kann Recht und Unrecht nicht unterscheiden. Wer nur mit dem Guten identifiziert ist,  - und das betrifft nicht nur die atheistisch-humanistisch orientierte sog. Gutmenschen, sondern insbesondere  auch viele Leute, die ideologisch links positioniert sind, sich dabei aber für besonders spirituell halten- verdrängt den eigenen Schatten und  ist dadurch unfähig,   Gut und Böse, Recht und Unrecht zu  unterscheiden. Wer nur mit dem Guten identifiziert ist - ist mit dem inneren (und meist auch äusseren) Aggressor identifziert. Er trägt nur die Maske des Guten. 

Es ist der kranke Geist der Zeit, der sich  besonders gut, humanistisch und  "progressiv" gibt, der zusammen mit einer pathologischen Opfermentalität einen mittlerweile weltumspannenden narzisstischen Ungeist züchtet, der nicht mehr zwischen gut und böse, Täter und Opfer unterscheiden kann, die Sprache verwirrt,  Begriffe verkehrt und alle traditionellen Werte, alles bislang Gültige auf den Kopf stellt bzw. zu "dekonstruieren" vorgibt, was in Wirklichkeit reiner Willkür und Destruktiivität entspringt.  Diese Verkehrung alles bisher Gültigen  mögen manche Spirituelle als eine Stufe auf der Leiter  spiritueller Bewusstseinsentwicklung deuten, in Wirklichkeit ist hier nicht der Spirit, sondern der  ideologische SCHATTEN der Bewusstseinsentwicklung am Werk, eine Simulation, welche die Menschheit  nicht zusammenführt, sondern in eine manichäische Spaltung hineintreibt. Dass gerade spirituelle Lehrer an dieser Spaltung und dem zugrunde liegenden Schwarz-Weiss-Denken leiden, zeigt den Grad ihrer Unbewusstheit. Der Graben zwischen Anspruch und Wirklichkeit, Schein und Sein liegt bei ihnen gerade durch die Coronakrise offen zutage.Sie sind unbewusst immer noch mit dem Aggressor identifiziert, nur deswegen kann es sein, dass sie auf der Seite des Unrechts und der Lüge stehn und manche gar glauben, mit einem "Reset" bräche nur das Reich Gottes an oder dass spirituell sein heisst, politisch "links" zu sein.  

Die Begriffs- und Sinnenverwirrung der neuen Ideologie, welche mit den Methoden des Gaslighting und anderer manipulativer psychologischer Verfahren wie beispielsweise NLP die Wahrnehmung der Menschen verwirrt, hat keineswegs eine spirituelle BW-Entwicklung im Sinne, wie man auf den ersten Blick meinen könnte, sondern die Unterwerfung unter ideologische Dogmen eines quasireligiösen Humanismus, der per dekret und top down der Menschenwelt über die Off- und Online-Medien eingebleut wird.  Die "patriarchalische" Vergangenheit der Menschheit soll verurteilt,  ausradiert und vergessen werden, ersatzweise wird ein neuer Mensch mit einem neuen Weltbild geschaffen. Der Unterschied zu  einer spirituellen BW-Entwicklung liegt darin, dass bei letzterer eben kein neues Weltbild geschaffen wird, sondern Ego und Weltbild als eins erkannt wird und daher mit dem Ego/Selbstbild  auch das Weltbild transformiert/transzendiert wird. Eine "meisterhafte" Dekonstruktion im Sinne von Desidentifizierung  reisst das ganze Haus (Ego/Weltbild) ab, sie tapeziert nicht nur ein Zimmer.  Die ideologische Gottsimulation tapeziert aber nicht einmal mehr das Zimmer neu, sondern verlangt von dem Bewohner, dass er die Streifen auf der Tapete für Punkte zu halten hat. 

In der individuellen BW-Entwicklung ist die Gut-Böse-Verwirrung solange  ein Problem, als der verdrängte Schatten nach aussen in ein Feindbild projeziert wird - mit fortlaufender Schattenintegration werden Projektionen zurückgenommen und damit auch die Verkehrung /Verwirrung aufgelöst.  Das ist der Heilige Krieg, wie er in Wahrheit gekämpft werden sollte, SUBJEKTbezogen, d.h. "inwendig" in unserer Seele/Psyche,  zwischen den  diversen Ich-Anteilen. Hier allein im Individuum wird die Spaltung und grundlegende Trennung aufgehoben. Niemals im Kollektiv! Im Kollektiv wird die Spaltung nach aussen projeziert und der Heilige Krieg  aussen- und objektbezogen gekämpft. Es bilden sich Fronten zwischen den sog. Guten,  die sich als Opfer und NUR gut inszenieren und den anderen, die von jenen Allzuguten als  NUR böse Täter dämonisiert werden. Im Kollektiv gibt es keine Befreiung, sie gibt dir keine Erlaubnis, frei zu sein - ausser mit dem Zusatz, die Konsequenzen deiner Freiheit zu tragen. Freiheit kann nur genommen werden. 

Es ist ein Trauerspiel, in diesen Zeiten zu sehen, mit welcher Verachtung und Herablassung diverse spirituelle Lehrer auf ihren Web- und Facebookseiten die niedrigsten Instinkte in ihrer Groupies  aktivieren und nicht anders als  im Stile der Kommentarspalten  regierungstreuer Mainstream-Medien über Andersdenkende urteilen , ja, sogar regelrecht hetzen - womit sie  recht eigentlich zeigen, dass sie nicht einmal fähig sind,  Recht und Unrecht zu unterscheiden bzw. nicht mal das kleine spirituelle "abc" gelernt haben. Statt ihren Verstand zu gebrauchen und selbst zu denken und nach der Wahrheit zu forschen, schliessen sie sich jenem Ungeist an, der fleissig am rechten Feindbild bastelt und veruteilen dabei  jene, die es noch wagen, ihrer Wahrnehmung zu  trauen und sich ihren Verstand nicht von den Mediengauklern verficken lassen. Da hilft es auch nicht, dass so ein "spiritueller Lehrer"  im selben Zuge wie er den "Feind" herabsetzt,  der Gemeinde verkündet,  den armen Verirrten  dennoch Coaching und Heilung von ihrem Wahn anzubieten im Stile "Seht doch nur, ich bin ja doch ein Guter".  Dem mir bislang unbekannten Begriff des "Mainstream-Spirituellen" macht so einer wirklich alle Ehre. 

Wie man nun allseits sehen kann entpuppen sich Mainstream-Spirituelle  in der Corona-Krise als rechte Mainstream-Normies - aber was will man schon erwarten von sog. Spirituellen, die glauben, das Denken sei ihr Feind und im vorauseilendem Gehorsam schon vor der Zeit den Verstand abgeschaltet haben, als dass sie die Lust am Denken hätten entwickeln und geniessen können. So aber offenbaren diese Spiri-"Schwurbler" (um eines ihrer Lieblingsschimpfworte zu benutzen)   zusätzlich ihrer  GEISTlosigkeit auch noch einen erheblichen Mangel an Liebe und Intelligenz. Wer den Verstand nicht ehrt, ist der Erkenntnis nicht wert. 


Um Recht von Unrecht unterscheiden zu können, muss man seelisch einigermassen gesund sein, wer keine Selbstachtung hat, keine Selbstliebe, wird auch Andersdenkende nicht achten, geschweige denn lieben können. 
Am Anfang der Sitte steht die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit zu sich selbst. Anders ist seelische Heilung nicht möglich. Viele, allzuviele spirituelle Lehrer sind seelisch krank, hochneurotisch, narzisstisch, paranoid, zu stolz, um Krankheitseinsicht zu haben und der Heilung zu bedürfen. Es sind immer die Schmerzvermeider, die Schattenarbeit und Individuationsprozesse so vehement ablehnen. Solange man aber nur seine Größe spüren will und die Kleinheit ängstlich vermieden wird, kann es geistig keine Fortschritte geben, da man man im Narzismus befangen ist.   Neurotiker können zwar jederzeit ein Erwachen erleben, allerdings können sie keine geistigen Fortschritte machen, da geistiger Fortschritt mit seelischer Heilung parallel läuft. Ihre "spirituellen Erfahrungen" sind daher meist prä-rationaler Art, ihre "Einheitserfahrungen" finden sie im symbiotischen "Wir"- Gekuschel.  


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* tiefenvergaunert - dafür Dank an MyKlonovsky, :-D