Mittwoch, 1. Juli 2020

Unter liebevollen Blicken soll sich der Mensch empor entwickeln

Unter Gottes Augen- Blicken
soll der Mensch sich selbst entrücken,
und in SEINEM Angesicht
werden,  der er wahrhaft ist.


Fundstück:

"Der amerikanische Sozialphilosoph George Herbert Mead, der in Deutschland insbesondere durch Jürgen Habermas bekannt wurde, hat schon vor etwa hundert Jahren überzeugend argumentiert, dass wir den Blick der anderen auf uns brauchen, um über uns selbst reflektieren zu können. Wer sich hingegen weiträumig abschottet und nur noch von Menschen gespiegelt wird, die das eigene Selbstbild bestätigen – der verliert diese Fähigkeit zur Selbstreflexion.

So verlieren wir als Linke dann die Möglichkeit, uns am Blick der anderen selbst zu überprüfen – und wir verlieren das Interesse an der Analyse von Inhalten, weil wir das Gefühl haben, irgendwie sowieso immer schon auf der richtigen Seite zu stehen"

Ja, in dieser abgeschotteten ideologischen "Filterblase"  entwickelt sich auch der pathologische Narzissmus, dem man seit einigen Jahren insbesondere in den sozialen Medien en masse begegnet.  Zudem ist diese Anschauung aber auch gefährlich, weil sie u.a. zu implizieren scheint, dass man so ist, wie man von anderen gesehen wird. Es wird nicht deutlich gemacht, dass es auch dreckige Spiegel gibt bzw. dass alle Spiegel sich zuweilen durch Projektion beschlagen. Oder dass man selbst es ist, der in den Blicken anderer Dinge liest, die er selbst hineingelegt hat. Das Spiegelthema ist ziemlich konfusionierend, Leute, die noch sehr wenig Selbsterkenntnis haben und die sich noch nicht mit Projektion und Introjektion beschäftigt haben, sollten die Finger davon lassen, man endet sonst sehr leicht in Schuldzuweisungen, da man dazu neigt, alles eigene Unakzeptable/Schatten  in dem Anderen zu verorten. 


Im Kontext der "Umwertung aller Werte" im 3. Individuationsprozess (Transformation)  ging es bei mir vor allem darum, den "Bösen Blick" bzw das  INtrojekt zu exorzieren, mit dem ich mich schon früh im Leben identifiziert hatte und dieses wiederum nach aussen PROjezierte. Die Transformation sah zunächst für mich so aus, dass sich das negative Selbstbild in ein gutes Selbstbild formte. Ich erinnere mich gut an den Verve, , mit der ich vor ca. 12 Jahren auf exakt 99 Seiten an meiner "Rehabilitation" schrieb. Ich schrieb mein ganzes Leben auf und es verwandelten sich ganz von SELBST das Gift der internalisierten  Selbstverurteilungen in den süßen Wein der Selbstbejahung und reinen unverzerrten Selbstverliebtheit, die nicht auf pathologischem Narzissmus, sondern darauf gründete, dass ich mich von Gott, vom Leben, vom Kosmos vollkommen angenommen und geliebt fühlte. "Du bist mein geliebtes Kind, an dem ich mein Wohlgefallen habe" - so sprach damals die lautlose Stimme in meinem Herzen und hob mich aus der Taufe. 
Mein Schreiben war früher meist ein automatisches Schreiben, so auch in diesem Fall. Ich musste selten nachdenken, machte ganz selten Fehler, musste so gut wie nichts korrigieren. Ab und an hielt ich in meinem Fluss erstaunt inne, wenn mich angesichts dieses Wunders die alten negativen Gedanken und Zweifel  überfallen wollten: Bist du verrückt geworden, was bildest du dir ein....? Durfte ich mich,  - mein Leben, meine Entscheidungen, mein Verhalten -  in allem, was ich je getan und nicht getan hatte, so ausschliesslich positiv zeichnen? So "reingewaschen von allen Sünden"? Aber ich war im Fluss, war nicht zu bremsen, es fühlte sich einfach herrlich an, wie ein Dämon nach dem anderen in die Säue fuhr...Und es waren ihrer Viele.

In der Bibel werden Schuld und Sünde von dem Blut Jesu reingewaschen, solche Gedanken habe ich damals aber nicht gehabt. Erst später in einer Einheitserfahrung, als ich erkannte, dass das Herz Jesu mein eigenes Herz war, verstand ich die christliche Metaphorik. Und erst heute SEHE ich, dass ich damals das erlebte, was man Hierosgamos nennt, die Hochzeit der Seele mit dem "Bräutigam der Seele".  (Im weitesten Sinne gehört die Erkenntnis der Einheit der Gegensätze zum "Hierosgamos", diese finden jedoch später als bewusste Integration im Gewahrsein statt;  dann "hochzeitet" es quasi ohne Unterlass.
Der "Ur-Hierosgamos" ist eine Herzenssache bzw. bewirkt die Herzöffnung , die wiederum dem vollkommenen Gewahrsein (=welches seiner selbst gewahr wird)  vorangeht.  Ich kann mir bis heute nicht vorstellen, wie eine solch numinose Erfahrung wie der Ur-Hierosgamos ohne Glauben, ohne Religion möglich ist.

Hier möchte ich noch einmal  anmerken, dass ich sowohl Glück als auch Verstand genug hatte, mich auf meiner Selbstfindungsreise nicht mit der Figur des Jesus zu identifizieren und ihn schon sehr früh als Repräsentant des Wahren ICH (SELBST) erkannte.  


Es dauerte dann aber noch eine gute Weile, bis ich merkte, dass ich nur die Qualität des Introjekts verändert hatte, als ich das Gute (Introjekt) an die Stelle des Bösen setzte,  . Letztlich galt es für mich, erneut  loszulassen und zu erkennen,  dass auch das Gute (Selbstbild), welches ich an die Stelle des Bösen setzte, in den Augen Gottes ein Gespenst ist, eine Illusion. Konstrukt. Konzept.

Ich weiss bzw. SEHE ich heute,  w i e  Introjekte entstehen. Und nicht nur das, ich fühle sie sogar beim Umgang mit Menschen, die ihre Introjekte in mich hineinprojezieren. Im Gegensatz zu früher, wo ich  mir darüber nie sicher war,  kann ich heute mit Sicherheit sagen, dass dieses Gefühl  "nicht meins" ist.
Aber nicht jeder "Blick", der sich nicht mit dem eigenen Selbstbild deckt, ist ein "Böser Blick".....

Freiheit begann, als ich anfing, den menschlichen Blicken auf mich keinen Glauben mehr zu schenken und von dem Glaubenssatz: "Ich bin, was andere in mir sehen"  (Identifizierung mit der Projektion der Anderen) zum Gegenteil schwenkte: Ich bin NICHT, was andere in mir sehen (Desidentifizierung).
Als mir klar wurde, dass die Menschenblicke nicht so rein und klar wie Bergseen sind und die Wahrheit eines anderen Menschen nicht erfassen können ... als mir langsam dämmerte, dass ich mehrheitlich von verzerrten und getrübten Spiegeln gespiegelt  wurde,  konnte ich damit aufhören,  mich durch die Augen des Anderen zu sehen und zu definieren. Ich wurde im gleichen Zuge meiner eigenen verzerrten Wahrnehmung und Projektion bewusst. Ich brauchte keinen Menschenblick mehr, um Ich zu werden  bzw. mich meiner Existenz zu versichern, ich wollte nicht mehr und nicht weniger, als mich durch die Augen Gottes erkennen.
Es heisst ja, das Ich werde zum Ich nur durch den Anderen (M. Buber?) -  Mein Ich war ein Ich, welches zum größten Teil durch den "Bösen Blick" des Anderen wurde.
Ich war Jemand, der sein ganzes Leben lang sich nur durch die Brille anderer sehen konnte, weil er kein eigenes Ich hatte, das ihm hätte sagen können, wer er ist ohne diese Anderen, ohne die Introjekte, die er nicht mal als solche erkannte.  Ich war jemand, der nicht Nein sagen konnte und unter ständiger Angst stand und unter "Todesandrohung" alle Erwartungen erfüllen musste, die an ihn gestellt wurden und dennoch nicht die Liebe fand, nach der ihn dürstete. Mein Mutterseelenalleinsein zwang mich letztlich dazu, alle Hoffnungen auf menschliche Liebe aufzugeben und die Menschen zu verlassen, um den Anderen in mir SELBST zu finden: Den personalen Gott. 
Der Weg zu diesem Gott führte in meinem Fall nur über Jesus Christus, sein Name hatte sich durch tausendfache Wiederholung in  meiner religiösen Kindheit bis tief in die letzten Synapsen hineingefressen und wartete darauf, dass das Wort "Jesus" mit "Fleisch" gefüllt werde.
Das oder den "GANZ Anderen"  -  den sog. Vater bzw. das überpersönliche Unsterbliche Bewusstsein fand ich dann jenseits von Ich und Gott.
Wenn sich das Auge Gottes öffnet, öffnet sich mit anderen Worten  der Fokus des Gewahrseins. Das konnte und sollte ich aber zu diesem Zeitpunkt der Entwicklung nicht wissen, ich war eine feurige Gottesliebhaberin. Ich hab jahrelang an nichts anderes gedacht, ich war erfüllt mit Liebe zur Schöpfung, alles sprach mir nur von IHM. 



Neulich hörte ich, wie ein spiritueller Lehrer ganz ernsthaft behauptete, dass Kritik gar nicht gut sei, Kritik sei niemals angebracht.  Dieser doch ausgeprägt narzisstischen Position gemäß wäre Kritik also böse; wem aber Kritik böse ist, dann wird zwangsläufig auch der Kritiker als ein böser Mensch angesehen. In solchen Zusammenhängen wird der Botschafter der schlechten Nachricht zwar nicht mehr de facto hingerichtet, aber immer noch bestraft.
Deutschland oberste staatliche anerkannte  "Schneeflocke", die BK Frau Merkel mag z.B. keine "schlechten Bilder"  , das scheint mittlerweile Staatsräson zu sein... also wird sie abgeschottet von allem Beunruhigenden und geschont von den gleichgeschalteten regierungsabhängigen sog. Qualitätsmedien.   Auf diese Weise verliert die Regierung das Interesse an seiner Bevölkerung und die Möglichkeit, sich am Blick seiner Bürger selbst zu überprüfen. Im Namen eine Allerheiligsten Humanismus arbeitet man schon seit längerem daran, die Sprache dahingehend zu verändern, dass sie andere Menschen nicht verletzt. Dass die Psychologen  hier nicht aufschreien, hängt wohl damit zusammen, dass sie ebenfalls von dieser Ideologie angefressen sind. Sie leben ja schliesslich von der mangelnden Resilienz der Menschen. (Noch nie gab es so viele scheinbar therapiebedürftige Opfer wie heute!)https://www.achgut.com/artikel/der_letzte_schrei_schneefloeckchen_sprech_fuer_aerzte

Dem Allem  liegt wohl der marxistische Glaubenssatz zugrunde, dass nicht der Mensch, sondern die Umstände schlecht seien-  wonach der Mensch keinerlei Verantwortung für sein Sein trüge. (Nach Marx bedingt das gesellschaftliche Sein das individuelle Bewusstsein. Das ist richtig, aber nur solange dieses Bewusstsein mit dem Ego resp. Gesellschaft identifiziert ist. Jenseits von Ego bestimmt nicht das gesellschaftliche, sondern das Bewusstsein als BEWUSSTES (Gewahr-) Sein das Sein.


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Der Begriff der Reinheit

hat im spirituellen Kontext keinerlei moralisch- idealischen Wert, sondern bezieht sich allein auf die Reinheit unverzerrter (="geläuterter")  Wahrnehmung.  Aus der transegoischen Perspektive jenseits der Gut/Böse-Wertungen wird die Reinheit der Wahrnehmung durch Interpretation an sich beeinträchtigt , diese verhindert die "neutrale" WAHRnehmung der absoluten WAHRHEIT (Gewahrsein) -     wohingegen im relativen egoischen Bewusstsein die Wahrnehmung durch Neurotizismen und psych. Abwehrmechanismen verzerrt wird, die verhindern, dass man die relative Wahrheit erkennt bzw. das Gute vom Bösen unterscheiden kann.
Hier gilt es unbedingt die Geister zu unterscheiden und und zu differenzieren, sonst kommt man aus der Verwirrung nicht mehr heraus. 
Bildergebnis für Crowley tarot, aeon"
Ebenso ist der Begriff der Läuterung im spirituellen Kontext nicht mit Sündhaftigkeit oder Moral assoziiert, sondern mit der Auflösung/Bewusstmachung der Ego-Konditionierung. (s.a. Schattenintegrationsprozesse, in denen alles gerichtet= "richtiggemacht" wird im Sinne von Korrektur und "Siehe, ich mache alles neu". Hier findet das "Gericht" statt, von dem die Religionen so entsetzliche endzeitliche Bedrohungsszenarien gemalt haben, welche meiner Erfahrung nach nicht der WAHRHEIT entsprechen.  Dieses "Gericht" ist in WAHRHEIT eher ein "Richt-Fest" - ein Erneuerungsprozess, in dem das Bewusstsein unter anderem auch von religiösen Konditionierungen befreit wird; es wird z.B. in dem Sinne von der Bösen Sündhaftigkeit befreit, als es vom ganzen angesammelten religiösen Begriffs- und Deutungsmüll geläutert und wahres mystisches Verständnis vermittelt wird. In dieser Beziehung kann man  den Tarotkarten bei richtiger Deutung weit mehr Vertrauen schenken als den Theologen, für die es ein Partikulargericht für die einzelne Seele  gibt und ein Weltgericht, bei dem alle Menschen gerichtet werden und die erlösten Seelen leibhaftig auferstehen. In dem Gericht, welches ich erfuhr, wusste ich weder etwas von  einem Partikulargericht noch von einem Weltgericht in der Zeit und weiss es bis heute nicht. Wahrscheinlich war "mein" Gericht beides zugleich resp.keins von beiden. LOL.  Deshalb sagt mir die Crowleykarte mehr zu, als die von Waite mit den geöffneten Gräbern und der Posaune des Jüngsten Gerichts. Wenn der Mythos in der eigenen Seele lebendig wird, weiss man beide zu deuten.... Alle religiösen Bilder gilt es fallenzulassen....



Der Teil in uns, der das Ganze repräsentiert,  hat so viele Namen, wie es Religionen gibt. Es ist gleich gültig, ob man es den "Sohn", Atman, Christus-, Buddha-, oder Krishnabewusstsein nennt - dieses Bewusstsein ist in ein einziges Bewusstsein in der Einheit mit dem Ganzen, dem  namenlosen GEIST - im Christentum auch "Vater" genannt. Die "Nachfolge Christi" ist ein Weg dorthin. In der Person und dem überlieferten Leben Christi ist der Weg vorgezeichnet.


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Wahre Worte sind nicht schön und schöne Worte sind nicht wahr.
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Kann man sich wirklich gegen einen Gott versündigen, den man nicht kennt?  Wer gegen das Leben anlebt, versündigt sich gegen Gott. Gott und Leben kann man nicht voneinander trennen. Diese Trennung ist die Sünde der abrahamitischen Religionen, sie haben es vergessen:  Zum Vater kommt man nur über den Sohn im Verbund mit der Heiligen MUTTER, der Mater Materia.Göttin. 

Der Sohn,  objektbezogen: der kosmische Christus, das "Spannungsnetzwerk", das den Kosmos zusammenhält, was mich seltsamerweise grade an  Faszien denken läßt."Faszien einfach erklärt. Als Faszien werden die Weichteil-Komponenten des Bindegewebes bezeichnet, die den ganzen Körper in Form eines verbindenden und umhüllenden Spannungsnetzwerkes umgeben.Die bis zu drei Millimeter dicken Häute umschließen Muskeln, Organe, Knochen, Nerven sowie Gelenke und verbinden so alle Bestandteile des Körpers flexibel miteinander."....


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Über den Deutschen und sein "identitätsstiftendes Böse". NS  keine Ideologie, sondern deutsche Kultur...?


Stimmt. Die Erinnerung an Hitler und den Holocaust wird so lange kultiviert, bis sich jeder Deutsche damit identifiziert hat.  Die Identifizierung der Deutschen mit dem dritten Reich und insbesondere mit dem Holocaust hält das Böse aufrecht, was er scheinbar zu vermeiden trachtet  Das vordergründige Lippenbekenntnis "Nie wieder!" verbirgt den Hintergrund, auf dem gerade das stattfindet, was er im Aussen zu bekämpfen vorgibt: der Neue Faschismus, diesmal  aus dem Geist des ANTI - des Dagegenseins. 


" Wahrheit: Geburt der deutschen Rachekultur aus dem Geiste des Deutschen Idealismus."


DEUTSCHER Idealismus? Klingt heftig. Letztgültig ist Idealismus als solcher das Problem.


https://www.hannah-arendt.de/2019/12/599-judenkinder-etwas-ueber-nazis-und-deutsche/?fbclid=IwAR1ld6eSwMERfdi-cGGYUi50yVcox5w4poaigwIn7k5Wy1nRBRgK7E7ToNI

Der Text geht unter die Haut.

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UG Krishnamurti


"Dein natürlicher Zustand steht in keiner Beziehung zu religiösen Zuständen von Verzückung, Seligkeit und Ekstase. Diese Dinge liegen im Bereich der Erfahrungen. Es sind gedankeninduzierte Seinszustände, die kommen und gehen. Krishna-Bewusstsein, Buddha-Bewusstsein, Christus-Bewusstsein, das alles sind Trips in die falsche Richtung. Sie unterliegen alle der Zeit. Das Zeitlose kann niemals erfasst oder vereinnahmt werden, noch viel weniger kann ihm Ausdruck verliehen werden – von keinem Menschen. Die ausgetretenen Pfade werden dich nirgendwohin führen. Es gibt keine in der Ferne liegenden Oasen.

Verzückungen, Seligkeit und Ekstase sind in meinem Erleben psychische Phänomene. Es sind oder waren keine lauten, sondern sehr stille  Begleiterscheinungen in Tiefen- bzw. Schattenprozessen, kurze egoentrückte Episoden, die sich einstellen,  wenn Schattenmaterial bewusst gemacht und integriert wurde. Ich kann mich gut erinnern: Immer wenn ich mit einem sehr belastenden Thema fertig war ,  kam eine gewaltige "Erleuchterung" über mich. Diese Entspannung nach einer langen Zeit einer enormen Anspannung bringt alles Mögliche mit sich, neben einer großen Erleichterung geschehen da durchaus auch tiefe Ein-Sichten, Satori-Erfahrungen.
Entspannung betrifft ja nicht nur Muskeln, zugleich kann sich auch ein verkrampftes Denken plötzlich ins "Nichts" hinein entspannen und sich überfluten lassen... Der Begriff "Erleuchterung" ist nicht abwertend gedacht, sondern in ihm tritt die Wahrheit zu Tage. 


Es gibt diese kurzen Ego-Entrückungen. Denken setzt i.d.R. erst dann wieder ein, wenn die Episode zuende ist und der Verstand das Szepter wieder übernimmt und schlussfolgert , dass er "Es" nun für alle Zeiten hätte und ein Konzept draus macht. 


Hm... war ich in Verzückung, war ich selig oder in Ekstase, damals als ich mich endlich einmal loslassen konnte, ent-spannte, kapitulierte  und mich fallenlassen konnte ins Unbekannte, in die endlose Tiefe und dann am tiefsten Punkt von LIEBE aufgefangen wurde`? Ich lief wie in Trance herum, wochenlang... Die Gedanken machten die Erfahrungen nicht, sondern folgten der Erfahrung. Danach folgte die Interpretation.

Verzückung, Ekstase, Seligkeit tritt auch dann häufig ein, wenn der Körper von Blockaden befreit wird, zugleich ist das eine seelische Entkrampfung. Diese Leichtigkeit und das  Gefühl eines gesunden Körpers kann total ekstatisch sein.  Klar sind das Erfahrungen, die kommen und gehen, aber sie sind nicht durch Gedanken induziert, sondern das Gegenteil ist der Fall: die Gedanken schweigen, wenn der Organismus selig ist. Sexualität - die sexuelle Ekstase tritt erst ein, wenn man aufhört zu denken und das Ego beiseitetritt und einen Geschmack der kosmischen Einheit hinterlassen kann.
Krishna-Bewusstsein, Christus-Bewusstsein, Buddha-Bewusstsein ist nichts anderes als Perma-Gewahrsein und das ist nicht ekstatisch, sondern gleichmütig, es erfüllt sich in der Letztgültigen Großen Erfahrung, dem allerletzten Durchbruch in die Freiheit. Der Durchbruch in die Freiheit ist der Eintritt in die Ewige Freude, den Ewigen Frieden - das sind keine Gefühle,  es ist das "Lächeln des Buddha",  die stille Freude und Heiterkeit wird zum ständigen Begleiter. "Trips in die falsche Richtung" findet man nur im  STREBEN nach Krishna-, Buddha-, Christusbewusstsein resp. Gewahrsein, das in immer größere Entfernung gerät, um so mehr man sich darum bemüht. UGK hat recht:  "ferne Oasen" gibt es nicht, die Große Transformation beginnt immer im persönlichen Hier und Jetzt und da vergißt man alles Streben. Hier wird es dem Ego  so sehr langweilig, dass es bald den Geist aufgibt...LOL.

Was den natürlichen Zustand angeht, gibt es derer zwei unterschiedliche Naturen. Zum einen wird in den spirituellen Schatten-/Tiefenprozessen die "natürliche Natur" des Körper-Seele-Geist-Organismus  befreit (Mit Geist ist hier in meinem Verständnis der Verstand bzw. das Denken des egoischen "Kleingeistes" gemeint). Was hier geschieht ist Heilung v.a. der Psyche/Seele.
Die Wahre Natur ist die zeitlose und zustandslose  GEISTIGE Natur, auch Buddha-Natur oder Christus-Natur (oder Gewahrsein) genannt. Dass diese beiden Naturen hier getrennt genannt werden, dient nur der Beschreibung. In Wahrheit gibt es hier am sog. Selig Ende keinen Unterschied mehr. Beides ist EINS genauso wie Ich und SELBST eins sind, was sich allerdings mit Worten und Begriffen nicht mehr benennen läßt.


Ich bekomme immer wieder einen Text von UGK in den Fokus.. Es gibt Passagen, die ich gut nachvollziehen kann, dann aber gibt es die unverständlichen, schlampig forumulierten Sentenzen, die gar keinen Sinn für mich ergeben und die ich gar nicht in meine Sprache/Erkenntnis übersetzen kann, (was mir bei anderen doch schon ziemlich mühelos gelingt, beispielsweise bei seinem Namensvetter und Kontrahenten Jiddu Krishnamurti),
z.B.  ist die Sentenz bzgl. des Krishna/Christus/Buddha-Bewusstsein sehr mißverständlich ausgedrückt und man ist geneigt zu glauben, er negiere dieses Bewusstsein total, was ich aber nicht annehmen kann, an der Übersetzung allein können solche Beschreibungen auch nicht liegen). Jeder hat zwar seine eigene Sprache, um seine Erfahrungen oder Erkenntnisse mitzuteilen, aber UGK scheint mir doch sehr auf einen besonderen spirituellen  "Anti-Status" Wert zu legen....


PS:Es hätt' mich ja doch mal interessiert, wie Werner Ablass über UGK geurteilt hat.  Ich vermute, er hatte da bestimmt eine Meinung...💥
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