Freitag, 10. Juli 2020

Auf, hol' die Peitsche, Friederich, die Zeitgeist*_IN, sie sehnet sich...

Nach eines Gottes starker Hand,
So völlig ausser Rand und Band
Verliert sie nicht nur den Verstand,
Nein, auch ihr Herz wird hart und härter
Es steigt die Spannung stark und stärker,
Das Transweib treibt uns in den Wahnsinn,
Erhör mein Flehn, Apollo, please
Zähm den tyrannisch' Dionys!
Den Dolch please im Gewande lassen,
Nicht hetzen woll'n wir, auch nicht hassen,
Wir halten strikt uns an die Regeln,
die uns von Facebook vorgegeben.

(Der Gott Dionys ist lt. Mary Daly und anderen feministischen Theologinnen ursprünglich eine Göttin gewesen und wurde im frühen Patriarchat wie viele heidnischen weiblichen Götter vermännlicht. Wie die Göttin früher genannt wurde, ist mir leider unbekannt.)

***
 
Man ist  frei von Autoritätsgläubigkeit, wenn man mit dem Ansammeln von spirituellem Wissen resp.  Lesen spiritueller Büchern aufhört.  Das geschieht ganz von SELBST, wenn man das Wesen der Vorstellungen erkannt  hat  Alles Wissen und Handeln basiert bzw. geschieht aufgrund von  Imagination, auch das Wissen von sich selbst und der Welt. Die Landkarte ist nicht das Territorium, sondern nur eine Vor-Stellung von dem Terrain, Das fotografierte Bild IST nicht die Landschaft selbst, sondern liefert nur  eine Vor-Stellung, die Speisekarte kann man nicht essen, sie evoziert Vorstellungen von den Speisen usw.  Und so ist es beim Lesen: alles, was der Egomind   ÜBER Spiritualität  liest, wird von ihm in Bilder übersetzt, die er für die Wirklichkeit hält. Aber nicht nur das. Auch die wirkliche Landschaft, der ich leibhaftig von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehe, ist ein Bild. Ich kann Landschaft als Landschaft nur aufgrund vergangener Erfahrung erkennen von Erinnerungen, Vorstellungen.  Für den Befreiten gibt es keinen Qualitäts-Unterschied zwischen dem Landschaftsbild, das er sich im Kopf vorstellt oder der scheinbar wirklichen Szenerie, der er scheinbar in persona beiwohnt. Was heisst: Beides löst in ihm keine "Sensationen" mehr aus, kann seinen Gleichmut nicht erschüttern. Beides ist Projektion. Beides ist gleich unwirklich.  

Auch Schattenprozesse basieren auf Vorstellungen. Die psychologische Arbeit/Transformation, die da getan wird, kann ohne Imagination nicht getan werden. Das Unbewusste spricht durch Bilder. Um die zu verstehen, müssen sie  personalisiert werden. Letztlich erkenne ich in allen Dingen und Menschen, die mir im Unbewussten oder in Träumen begegnen, eigene Ich-Aspekte.
Die ganze Versöhnungsarbeit mit Menschen meiner Vergangenheit habe ich letztlich in der Imagination getan, ich brauchte die Betreffenden  nicht in persona. Das hatte mich insbesondere das allerletzte Treffen mit meiner Mutter gelehrt, deren Versöhnungsabsichten ich Folge leistete und die promptly nach hinten losgingen und mir nichts als eine 7jährige Verabeitungszeit bescherten -  so lange hat es gedauert, aus der Re-Traumatisierung herauszukommen.
Dieser 7-Jahreszyklus spielte schon des öfteren eine Rolle in meinem Leben, immer in Verbindung mit Traumata.

Erst viel später habe ich erkannt, dass ich während der Tiefenprozesse verschiedene Techniken diverser Therapieformen anwandte, ohne dass mir dies mir damals  bewusst war. Auch gestalttherapeutische Elemente waren dabei, z.B. der heisse Stuhl, auf den ich die Menschen setzte, mit denen ich einen Dialog hielt..., div. sinnliche Hier und Jetzt-Übungen... Ich hatte früher in Büchern über verschiedene psychotherapeutische Methoden gelesen, aber meiner Meinung blieb davon nichts hängen, ich las das, wie man Unterhaltungsromane liest. Dann plötzlich, viele  Jahre später, im Modus einer hingebungsvollen  "Empfängnisbereitschaft"  kam das scheinbar Vergessene wieder hoch und wurde mir zur Führung durch das Unbewusste.
Es ist schon faszinierend, dass offenbar so gar nichts vergessen wird, was man einmal gelesen hat.Bedeutet das vielleicht,   dass ich mir mit diesen vergessenen Kenntnissen  meinen inneren Therapeuten quasi selbst "gebastelt" habe?  Why not, ich habe mich im nachhinein schon immer gewundert, woher die Impulse zu bestimmten Übungen kamen, was ich da in Trance tat,  schien mir so neu und numinos, dass ich an eine göttliche Quelle glaubte, eine andere Dimension, aus der heraus mir Hilfestellungen gegeben wurden. Ich dachte da eher an das kollektive Unbewusste mit seinem gesammelten Menschheitswissen... Jetzt sieht es jedoch so aus, als wären es "nur" alte  Erinnerungen, aufgrund derer ich das tat, worüber ich früher nur gelesen hatte.  Ja klar, deshalb studiert man auch Psychologie, wird Therapeut - alles, was man glaubt, für andere zu tun,  tut man rein SELBSTbezüglich. Es dient alles nur der eigenen SELBSTheilung. Was man scheinbar für den anderen tut, tut man in Wirklichkeit für sich. Jenseits von Nächstenliebe und Altruismus!  Das hat überhaupt nichts mit der spirituell vielgerühmten (seelischen) Verbundenheit aller Wesen zu tun -  was man in dem La-la-Tonus "Ich bin du und du bist ich", oder in dem  "I'm in you and you are in me", - der Erkennungsmelodie der Borderliner zum Ausdruck bringt. 

Ausser Focussing und Achtsamkeit habe ich keine ernsthaften Übungen gemacht. Ich habe nie gewusst, was genau man unter Gestaltherapie versteht und doch ging es im Großen und Ganzen wie bei der Gestalttherapie um "das Entwickeln des eigenen Selbst durch Bewusstwerdung innerer Blockaden, deren Bearbeitung und der anschließenden Freisetzung eines selbstbestimmteren Bildes der eigenen Persönlichkeit. Die Praxis der Gestalttherapie ähnelt der Anekdote von dem Bildhauer, der einen Löwen aus einem Stein herausmeißelt, und der von einem staunenden Passanten gefragt wird, wie er das mache. Darauf antwortet der Bildhauer, er schlage nur alles weg, was nicht nach Löwe aussehe."

Genau das ist geschehen: Ich habe alles weggeschlagen, was nicht nach Löwe aussah, ich träumte zu der Zeit unheimlich viel von Löwen, ich WAR die Löwin, spürte die animalische Kraft.   Und die Gestalt meines Selbstbildes - immer noch Bild bzw. Vorstellung! - begann sich langsam zu einem Ganzen zu formen, um so mehr unbekannte Aspekte meiner Selbst aus dem Schatten traten.
Das war die Zeit, in der seltsame Dinge geschahen, ich war zeitweise sehr hellsichtig, fing an, hinter die Dinge bzw. die Symbolhaftigkeit aller Dinge zu sehen.

Es gibt da eine Aussage Jesu, welche die Macht der Vorstellung andeutet. Er sagt in der Bergpredigt: Wer eine Frau nur ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen. Gedanken kann man im spirituellen Kontext nicht auslöschen wie mit einem Radiergummi, Gedanken muss man entschärfen, d.h. die Anhaftung lockern.

Der Magier kennt die Macht der Gedanken und der Vorstellung, auch wenn er noch nicht die ganze Wahrheit weiss und noch nicht WAHRhaft erkannt hat, dass sich der Egomind seine sog. Realität durch Vorstellung, durch Bildermachen erschafft.. Es istWenn er damit aufhörte, sich Bilder zu machen von sich und den Dingen der Welt, wäre er dysfunktional. Im erweiterten Sinne schafft sich der  Egomind neben dem Selbstbild auch das Weltbild.
Er kann aber nicht damit aufhören, Bilder zu machen, sogar das "Schwatte Nichts", auf das er meditiert, ist eine Vorstellung. Es gibt keine gedanken- und bilderlose Leere, die man meditativ erreichen könnte.  Die berühmte Karotte, der der Meditierende hinterherhechelt, ist die VORSTELLUNG  einer   bilderlosen gedankenlosen Leere. Die gibt es nicht. Das Loslassen von Gedanken und Bildern bedeutet nicht, dass  die Bilder und Gedanken verschwinden, sondern es wird die Anhaftung, die Identifizierung mit ihnen losgelassen. Der egoische Mechanismus des Zugreifens auf die Gedanken wird WAHRgenommen und aufgelöst, derweil die Identifizierung mit Ich (=Welt) losgelassen wird.

Bilderloses Erkennen - ein Begriff, der in der christlichen Mystik (M. Eckhart)  vorkommt -  kann man nicht einüben, indem man meditativ versucht, sich der Gedanken und Vorstellungen zu entleeren. Bilderloses Erkennen bezieht sich allein auf das geistige Erkennen im Fokus des Gewahrseins. Das beantwortet jetzt auch den zirkelschlüssigen Einwand Unwissender:  da es im Fokus des Gewahrseins keine "Etwasse"/Objekte geben kann, könne es dort auch nichts zu erkennen geben. Nun,  wahr ist: Im Fokus des Gewahrseins können keine   G e d a n k e n  erscheinen, insofern Gedanken noch Objekte sind, zur Materie gehören, zur Persona. Nicht Nichts, sondern geistige Erkenntnis erscheint, wenn die egoischen Gedanken und Bilder beiseite treten - es erscheint die Wirklichkeit, das "Terrain"! 

Nochmal langsam und deutlich: Die geistige Erkenntnis ist bilderlos im Gegensatz zu der Erkenntnis des Verstandes, der auf Gedanke und Vorstellung und Erinnerung basiert. 
Unwissende Viel- und Besserwisser kennen den Unterschied zwischen dem rationalen Erkennen des Verstandes und der transrationalen ERKENNTNIS als das bewusste er-INNERm (der WAHRHEIT) im Gewahrsein nicht einmal theoretisch. Er kann nicht mal theoretisch unterscheiden zwischen sinnlicher Wahrnehmung und übersinnlicher WAHRnehmung. 


Bilderloses Erkennen ist nicht Wahrnehmen von Leere oder Nichts, wie der spirit. Vielwisser vorgibt zu wissen, sondern 
ist WAHRnehmung der WAHRHEIT in der Präsenz des Absoluten SUBJEKTS, das ICH BIN.  Religiös ausgedrückt: In der Einheit des Vaters, Sohnes und Hl. Geistes. Ita est. Es ist vollbracht 
  
Subjektbezogen: Dieses "Vollbringen" geschieht in einem transrationalen Bewusstsein ständig.

By the way: Der Begriff "Era of enlightenment"  bezieht sich auf die Epoche der Aufklarung des rationalen Verstandes im 18. Jahrhundert und  nicht auf die New Age-Bewegung oder gar die transrationale Erleuchtung.  Die rationale Aufklärung wandte sich v.a. gegen die Macht der KIrche bzw. gegen das  extrem abergläubische, unterdrückerische und verdummende  mythische Bewusstsein. Statt den Mythos  zu integrieren, wurde er  ausgeschlossen;  um so extremer und einseitiger die Ratio sich infolge entwickelte, um so mehr verachtete man das Gefühl.  Die Vorherrschaft der einseitigen Identifizierung des Menschen mit dem (männlichen) Verstand findet heute ein jähes - und wie es scheint -  sehr unrühmliches Ende.
Das Tor zur  Hölle hat sich sperrangelweit geöffnet Eine überbordernd wohlwollende weibliche Gefühlswelt - vor allem die neurotische - überschwemmt den Planeten und die Irrationalität wird global abgefeiert.  Und keiner da, der die Peitsche nimmt....lol!  Ach Friedrich, komm erlöse mich...

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit."


Kants kategorischer Imperativ wird vergewaltigt und die Menschheit in eine neue Ära der Unmündigkeit und Unwissenheit überführt. Die Ratio ist alt geworden, zum männlich, weiss, - von der Zeitgeist*_IN zum Aussterben verurteilt. 

Unwissenheit oder Nichtwissen?  Wenn der spirituelle Impuls erwacht - die Chance in der Krise  - dann führt er zum Bewusstsein des Nichtwissens. Mehr als 144 000 sollen es laut Bibelexegese aber nicht sein, die sich dessen erfreuen. lol.
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PS: An dieser Stelle möchte ich eine Bemerkung machen, die jene Leute angeht, die glauben, sie könnten mit mir eine persönliche Beziehung pflegen und gleichzeitig darauf hoffen, dass ich bestimmte Dinge, die ich bei ihnen sehe, unter den Teppich kehre. Ich höre gerne und lange zu, aber ich mache nicht den Mülleimer für Laberköppe, die schon eine klärende Nach- und Zwischenfrage als unzumutbar betrachten. Auch Leute, die das eine Mal die Unterhaltung abwürgen mit der Behauptung, sie hätten mit Spiritualität nichts mehr am Hut und das nächste Mal tolle spirituelle Attribute entwickelt haben wollen und mir undurchsichtige Botschaften schicken, die man weder hier noch dort verorten kann, denen sage ich: Geht sterben, Folks! Nur so geht man Hier & Jetzt auf Augenhöhe!